Intention

 

Gut gebundene Kinder, gut genährte Mütter und erfüllende Beziehungen zu uns selbst und zu anderen, unter Berücksichtigung altersgerechter und geschlechtsspezifischer Aspekte, scheinen die beste Voraussetzung für friedfertige Gemeinschaften jeglicher Art zu sein. Das wissen wir inzwischen aus der modernen Matriarchatsforschung und auch aus der Psychologie und Soziologie.

 

Es sind vor allem diese Mütterlichen Werte, die sich an den authentischen Grund-Bedürfnissen der Menschen orientieren, die wir bei Gesellschaften beobachten, die ohne Herrschaft und Gewalt leben und die wir deshalb Matriarchate nennen.

 

Und auch das 4 Schritte-Prinzip der GfK (Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg) orientiert sich an diesen Werten. Es geht im Wesentlichen darum, unsere Gefühle als Seismografen für Bedürfnisse zu verstehen.

 

Schon von klein auf könnten wir ein Bewusstsein über unsere Gefühle und unsere (altersentsprechenden) Bedürfnisse lernen. Daher ist es vor allem für junge Mütter und Eltern wichtig, sich darüber klar zu werden, was ihre Kinder, aber auch was sie selbst brauchen, um sich rundum richtig satt und zufrieden zu fühlen. Bei den Mosuo in der Nähe von China wird die junge Mutter nach der Geburt ihres Kindes vierzig Tage lang von allen Familienmitgliedern rundherum versorgt. So hat sie viel Zeit für das Baby, das ständig bei ihr auf dem Schoß liegt oder von einer anderen Person auf dem Arm getragen wird. So festigt sich die Verbindung von der Mutter zu ihrem Kind und zu seinen Bedürfnissen. Aber es geht nicht nur um das Kind, sondern auch um ihre eigenen Bedürfnisse. Udn um die Bedürfnisse der Versorgenden. Denn Großmütter, Mütter, die Brüder und Schwestern, Tanten und Onkel, Cousinen und Cousins, alle helfen mit. Das gesamte friedfertige Gesellschaftssystem eines matriarchalen Volkes ist im Grunde auf diese ersten vierzig Tage eines jeden neu geborenen Mitmenschen begründet. Denn um das zu gewährleisten, dass eine Mutter nach der Geburt ihres Kindes vierzig Tage lang umsorgt wird, dazu braucht es ganz bestimmte gesellschaftliche Bedingungen. Es braucht genügend Personen, um das zu bewerkstelligen. Es braucht genügend "Familien"-Mitglieder, damit es auch den Versorger*innen gut geht und damit niemand überbelastet ist und irgendwann ausbrennt. Alle müssen sich gegenseitig versorgen können. Genauso ist es auch bei der Pflege der Alten, der Schwachen und Kranken. Die Bedürfnisse aller müssen im Blick sein. Und diese Fage haben manche dieser friedfertigen, matriarchalen Völker auf eine sehr intelligente ART&weise gelöst.

 

Ausgeglichen erfüllte Menschen sind nicht nur zufriedener, sondern auch weniger Sucht anfällig. Die wertschätzende Sprache hilft uns dabei, Bedürfnisse liebevoll und auf eine sehr positive ART&weise miteinander abzuwägen und zu verhandeln. Dabei ist es wichtig immer alle Beteiligten im Blick zu haben. Das führt eindeutig zu mehr Frieden, Verständnis und Verbindung unter den Menschen. Und es stärkt auch die Empathie und Verbindung zu unserer Mitwelt, der Natur, von der wir abhängig sind.

 

Mit einer einfachen Methode lassen sich die Vokabeln für diese wertschätzende Sprache erlernen, mit der wir unsere Gefühle mitteilen und uns für unsere Bedürfnisse einsetzen können. Dabei geht es nicht darum, dass immer alle Bedürfnisse erfüllt sein müssen. Es geht darum, dass unsere eigene "Platte" und auch die unserer Gemeinschaft in die Balance kommt. Für unsere innere und äußere Ausgeglichenheit ist es hilfreich, wenn das Verhältnis zwischen den am weitesten auseinander liegenden Bedürfnissen, also zwischen den gegenüberliegenden Feldern, wie beispielsweise "Verbindung (gelb) und Autonomie (lila)", oder "Entwicklung (blau) und Regeneration (orange)", stimmt. 

 

Unnötige Konflikte können immer öfter vermieden werden, wenn sich Menschen über ihre Strategien klar werden. Manche unsere gewohnten Strategien sind wenig hilfreich oder sogar kontraproduktiv, lösen sogar das Gegenteil aus, und führen stattdessen zu Schmerz und Leid.

 

Die Herzens-Sprache dagegen schafft Nähe und Verbindung in Beziehungen jeglicher Art, da wir mehr und mehr lernen, von uns selbst zu sprechen und immer besser unsere Gefühle mit-(anderen)-teilen können, anstatt uns mit Kritik und Bewertungen oder ungebetenen Ratschlägen gegenseitig zu verletzen.

 

Das speziell dafür entwickelte didaktische Material, kann auch in der Mediation eingesetzt werden.

 

Aber nicht nur dort. Mithilfe der Bedürfnisplatte lassen sich Konsensentscheidungen innerhalb von Familien, Kollegien, Beziehungen und Gemeinschaften jeglicher Art schneller finden.